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Sonntag, 20.05. 2012

Er war eine der geheimnisumwittertsten Persönlichkeiten des Mittelalters: Albertus Magnus, der um das Jahr 1200 im bayerisch-schwäbischen Lauingen an der Donau geboren wurde. Der Dominikanermönch war Naturforscher, Theologe und Philosoph, Bischof und Magier, Alchimist und politischer Friedensstifter, Mystiker und vieles andere mehr.

In ihm begegnen wir einer Epoche, in der die Grundlagen des modernen Denkens - unseres Denkens - gelegt wurden. Es war der Anfang einer neuen Zeit, in der die Vorstellung von der Wirklichkeit entstand, die uns heute selbstverständlich ist. Albertus Magnus verkörpert diese Zeit wie kaum ein anderer, indem er Motor einer geistigen und kulturellen Umwälzung in Europa wird und die Grenzen des Bewusstseins in allen Bereichen erweitert.

Zugleich war er auch eine überragende Persönlichkeit, Provinzialprior seines Ordens, Bischof von Regensburg u.v.m. Albertus Magnus starb im Jahr 1280 als 80-Jähriger und wurde in Köln begraben. 1931 wurde er heilig gesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben. 1941 wurde er zum Patron der Naturwissenschaftler erklärt. So ist er, der "Doctor universalis", auch nicht zufällig Namensgeber unserer Schule geworden, gilt er doch als der letzte wirkliche Universalgelehrte.

Albertus Magnus

Sein Ziel war es, das Wissen seiner Zeit vollständig zu erfassen und in Lehrbüchern verständlich darzulegen (die mehr als 70 handschriftlich verfassten Abhandlungen und Bücher ergäben heute etwa 22000 Druckseiten). Wir dürfen Albertus gerade mit Bezug auf unsere Schule als ein Vorbild betrachten. Zum Einen sind wir alle, wie er, wissensdurstig und wollen Neues entdecken und mitteilen, wollen über Grenzen gehen, ausprobieren und Erfolge haben. Zum Anderen ist Albertus den Weg des Wissens und Entdeckens nicht nur konsequent, sondern zugleich in großer Ehrfurcht vor Gott und seiner Schöpfung gegangen.